Die Unterrichtsmethode

 

Vom ersten Schritt an

Du möchtest die aufregendsten lateinamerikanischen Tänze in ihrem ursprünglichen Wesen erlernen? Bei uns kannst Du das, denn der persönliche Ausdruck und das Gefühl, »miteinander« zu tanzen sind die typisch lateinamerikanischen Ansätze, die Du bei uns vom ersten Schritt an selbst erfahren kannst.

 

Die Methode des »Tango vom Rio de la Plata®«

Tangokurse als Markenprodukt: Die bundesweite Allianz »Tango vom Rio de la Plata®« sichert die Qualität im Tanzunterricht. Das Estudio Latinoamérica mit Evelyne Martin und Axel Frauendorf gehört diesem Verbund an und arbeitet nach seinen Grundsätzen - seit seiner Gründung im Jahre 1988.


Den Tango gut tanzen können viele. So manches Paar vermag die Zuschauer mit seinem Können zu faszinieren. Hörbare und getanzte Sinnlichkeit zu bewegender Musik: Das Interesse an einem Tanzkurs ist geweckt. Doch an
welches Studio sich wenden? Wie beurteilen, ob ein Kurs-Anbieter den Tango auch gut vermitteln kann? Tanzlehrer darf sich schließlich jeder nennen, obwohl zwischen den jeweiligen praktischen und didaktischen Fähigkeiten oftmals Welten liegen.

Anders als bei den Standard- und Lateinangeboten herkömmlicher deutscher Tanzschulen, geht es den Mitgliedern von »Tango vom Rio de la Plata®« nicht um die Erfüllung bestimmter Normen oder Turnierrichtlinien. Die gibt es im Tango nicht. Im Mittelpunkt stehen statt dessen die typischen Ansätze des lateinamerikanischen Tanzes: Der persönliche Ausdruck und das Gefühl für das Miteinander als Paar.

Der tanzpädagogische Schwerpunkt von »Tango vom Rio de la Plata®« liegt in der Verbindung von elementarem Bewegungsunterricht (Feldenkrais, Alexandertechnik, Gindler-Arbeit) mit der Tanzkultur Lateinamerikas. Die Kurse favorisieren keine bestimmte Richtung des Tango oder anderer Tänze, sondern in dem Konzept finden die unterschiedlichen Erscheinungsformen und Spielarten einen gleichwertigen Platz. Doch ob Salon oder Bühne: Immer  stehen das Bewegungsgefühl und die Musik im Mittelpunkt des Unterrichts.

Tango tanzen und sich als Tanzpaar entwickeln ist ein kontinuierlicher Prozess. Das gilt auch für die Studiobetreiber. Sie alle haben die aufwendige Lehrerausbildung bei Juan Dietrich Lange durchlaufen und nehmen darüber hinaus mehrmals jährlich an seinen Fortbildungskursen teil. Der in Berlin lebende Deutsch-Uruguayer hat die Marke »Tango vom Rio de la Plata®« zusammen mit dem argentinischen Altmeister Antonio Tordaro entwickelt. Wer nach diesem Konzept Tango tanzen gelernt hat, besitzt alle Voraussetzungen, einen eigenen Stil zu entwickeln. Die Mitglieder des Verbundes verfügen darüber hinaus über die didaktischen Qualitäten, dieses Können weiter zu vermitteln. Axel Frauendorf und Evelyne Martin im Estudio Latinoamérica gehören dazu.


Rückfragen und weitere Informationswünsche richtest Du bitte an Axel Frauendorf, Estudio Latinoamérica, Telefon (0431) 67 67 05 oder »axel@estudio-kiel.de« per E-Mail. Informationen zu dem bundesweiten Zusammenschluss »Tango vom Rio de la Plata®« findest Du auch unter www.tangoargentino.de.

Tango Argentino

Kann man ein Weltkulturerbe tanzen? Ja, sogar sehr. Erlerne bei uns den spannendsten Paartanz, der in den Hafenvierteln von Buenos Aires und Montevideo quasi aus einem »verbotenen Milieu« heraus geboren wurde. Der
Tango Argentino ist universell vielseitig und zieht bis heute weltweit quer durch alle Gesellschaften Menschen in seinen Bann.


Die Geschichte des Tango Argentino beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Rio de la Plata. Argentinien wird von einem Strom von überwiegend europäischen Einwanderern geradezu überschwemmt. Durch das Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen - und mit Kultur ist auch immer Musik verbunden - aus Europa, Afrika und Südamerika entwickelte sich eine neue Musikrichtung und ein nie dagewesener Tanz: die Milonga, benannt nach den geselligen Veranstaltungen, zu denen man sich traf.

Die Hafenstadt Buenos Aires platzte aus allen Nähten und konnte die Masse der Einwanderer nicht aufnehmen. Es mangelte an allem, an Arbeit, an Perspektiven, an Frauen. Den Einwanderern blieb nur der Ausweg in die
Kriminalität, in die Spielhöllen, in die Bordelle und in die Musik. Die zunächst noch fröhliche Milonga wurde vor diesem sozialen Hintergrund immer ernster, sie verlangsamte sich und ihre frechen, anzüglichen Texte wichen Themen von sozialer Not und Liebeskummer. Der Tango wurde mehr und mehr in den verruchten Armenvierteln von Buenos Aires zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bessert sich die wirtschaftliche Situation Argentiniens. Der Tango hält Einzug in die Bars und Salons von Paris, wo er sich schnell zum Modetanz entwickelt. Über diesen Umweg - Paris galt immer als das Vorbild von Buenos Aires - steigt die Akzeptanz auch in der argentinischen Oberschicht. Die Gesellschaft tanzte jetzt Tango, weiterhin die Milonga und den Vals (Walzer). In der Blütezeit des Tango in den 30er und 40er Jahren spielten zahlreiche »orquesta típica« zum Tanz auf, sowohl in Buenos Aires, als auch in Montevideo (Uruguay) auf der anderen Uferseite des Rio de la Plata. Der heutige Tango Argentino hiess in seinen Anfängen ursprünglich »Tango vom Rio de la Plata« und wurde so beiden Städten als Urheberinnen gerecht.

In der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, als Mitte der 50er Jahre das Militär den Präsidenten Perón stürzte, verlor der Tango an Popularität, er galt als der »Tanz der Alten«. Bei dem erneuten Putsch 1976 mussten tausende von Menschen fliehen, darunter auch zahlreiche Künstler. Besonders in Paris, im »Trottoirs de Buenos Aires«, fanden sie eine Möglichkeit, ihr Leid im Exil mit Hilfe des Tango auszudrücken.

Erst Mitte der 80er Jahre wurde der Tango in seiner Heimat wieder populärer. Man knüpfte tänzerisch dort an, wo man aufgehört hatte, an dem so genannten 40er-Jahre-Stil.

Heute gibt es nicht nur in Argentinien, sondern weltweit ein großes Angebot an Tanzveranstaltungen und Tango-Shows. Musikalisch und tänzerisch entwickelt sich der Tango ständig weiter und er hat sich längst quer durch alle Gesellschaftsschichten etabliert.

Milonga und Vals Cruzado

Jedes Tango-Orchester spielt heute wie damals neben dem Tango auch weiterhin seinen musikalischen Vorläufer: die Milonga. Fröhlich, leicht und ein wenig frech bewegen sich die Tanzpaare zu dieser beschwingten und flotten Musik. Ebenso wie der Tango ist auch die Milonga als Tanz immer raffinierter und komplexer geworden.

Dasselbe gilt für den Vals Cruzado. Der »gekreuzte Walzer« darf neben Tango und Milonga auf keiner Tango-Veranstaltung fehlen. Er wird ähnlich wie der Tango mit vielen Drehungen und Gehschritten getanzt. Anfangs ist

die Rhythmisierung des gekreuzte Walzer »Tangos im Dreivierteltakt« recht ungewohnt, doch mit der Zeit entsteht ein besonderes Vals-Gefühl, dass man schon bald nicht mehr missen möchte.